Schreibprozess

Wie du eine Schreibroutine entwickelst und 10.000 Wörter am Tag schaffst

Eigentlich könnte dieser Blogartikel ziemlich kurz sein.
Du entwickelst nur eine Schreibroutine, wenn du schreibst.
Punkt.

Aber wahrscheinlich willst du nicht nur generell routinierter schreiben, sondern vor allem mehr und vielleicht sogar noch schneller!

Falls du das Video dazu sehen willst, findest du es hier:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nichts ein Buch so gut pusht, wie ein zweites Buch. Das hört sich jetzt ziemlich platt an, aber gerade am Anfang ist es ratsam, wenn man als Selfpublisher durchstarten möchte und in den Köpfen der Leser bleibt. Und eine gute Leserbindung kann man sich hauptsächlich durch Geschichten aufbauen, die gefallen.
Natürlich ergibt sich das mit der Zeit, in der man regelmäßig veröffentlicht, fast automatisch, aber trotz allem ist ein Veröffentlichungsrythmus von zwei bis vier Monaten gerne gesehen.

Also muss man eindeutig viel schreiben. Das ist ein Fakt.
Ich habe für mich herausgefunden, dass ich an einem kompletten Schreibtag (also von 9 Uhr bis 17 Uhr) zwischen 8.000 und 10.000 Wörter schreiben kann. Danach ist die Luft raus.
In der Regel sind es aber um die 6.000 Wörter, zumindest, wenn ich mich am Abend dann nicht völlig ausgelutscht fühlen will.
Meine Bücher haben in der Regel eine Seitenanzahl von 300 Seiten, also ca. 70.000 bis 80.000 Wörter, wenn ich in diesem Tempo jeden Tag schreiben würde, bräuchte ich für ein komplettes Buch ungefähr zwei Wochen.
Das lass ich mal kurz so stehen.
Das geht natürlich nicht! Denn neben der normalen Schreibtätigkeit fallen tausend andere Dinge an, die ein Selfpublisher erledigen muss!

Wenn ich also all die anderen Sachen tue plus zu Schreiben, dauert ein Buch bei mir normalerweise ein bis zwei Monate (ohne die Planung, das Plotten, das Cover, das Lektorat …etc).
Danach wird es mindestens zwei Mal von mir überarbeitet und geht an meine Lektorin.
Ihr seht, selbst wenn man viel schreibt (weil es nun mal mein Hauptjob ist), braucht der ganze Prozess einer Bucherstellung Zeit.

Also nochmal der Punkt: Setz dich nicht unter Druck!

Es ist noch kein gutes Buch an einem Tag entstanden 😉

Aber du willst ja nun wissen, wie du es vielleicht auf mindestens 6.000 Wörter am Tag schaffst und ich bin der Meinung, das kannst du mit diesen Tipps locker schaffen!

1. Schreibe immer, wenn du kannst.

Das klingt jetzt ein wenig platt, aber so ist es. Wenn du immer wieder andere Dinge vorschiebst, wirst du nie auf deine Wortzahl kommen.
Ich habe, als ich noch einen anderen Hauptjob hatte, meistens abends geschrieben bis spät in die Nacht oder bin morgens um 6 aufgestanden und habe mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Stunden geschrieben.
Ehrlich gesagt gibt es auch jetzt kaum Tage, an denen ich weniger als zwölf Stunden arbeite (jetzt ist es übrigens gerade 21:30 Uhr und es juckt mir in den Fingern, mich nochmal an mein unfertiges Manuskript zu setzen …)

Die meisten wissen, dass ich eine kleine Tochter habe, die jetzt anderthalb ist und viel Aufmerksamkeit benötigt. Ich schreibe also an drei Tagen die Woche, wenn sie in der Kita ist, sowie abends. Damit komme ich gut auf mein Limit.
Und nochmal: Ja, schreiben ist Arbeit! Ich liege nur an wenigen Tagen im Monat am Abend mit meinem Mann auf der Couch (meistens wenn ich tagsüber viel erledigen konnte), den Rest der Zeit schreibe ich und schreibe und schreibe …

Doch das ist für alle Seiten okay, denn das bringt es nunmal mit sich, wenn man seine Leidenschaft leben darf. Und es fühlt sich auch gar nicht an wie Arbeit, denn diese Routine ist mir nach über drei Jahren einfach ins Blut übergegangen.
Ich brauche es wie atmen.

Und da wären wir beim zweiten Punkt:

2. Schreibe regelmäßig

Die Ausrede »Ich habe keine Zeit« gilt ab heute nicht mehr!
Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass der Mensch ungefähr 60 Tage braucht, um eine Routine zu entwickeln. Also wenn du jeden Morgen aufstehst und joggen gehst und das dann nach drei Monaten nicht tutst, wird sich dein Körper fragen, was nicht mit dir stimmt.
So muss das Schreiben für dich werden!

3. Motivation ist der Schlüssel

Ich finde, Motivation ist alles! Ganz ehrlich! Immer, wenn man irgendetwas tut, treibt einen die Motivation an.
Entweder man geht zum Sport, weil man dann endlich seinen ehemaligen Klassenkameraden seinen Wahnsinnskörper präsentieren kann.
Man steht morgens auf, und ist zwei Stunden vor dem Chef im Büro, damit man den freien, besser bezahlten Job bekommt, der gerade ausgeschrieben ist.

Oder du fieberst dem Augenblick hin, in dem du endlich dein fertiges Buch in den Händen halten und sagen kannst: DAS HABE ICH GESCHRIEBEN!

Jeder hat eine innere Motivation, die einen antreibt und die musst du für dich finden.
Außerdem finde ich es unheimlich motivierend, mein Ergebnis mit anderen zu teilen. Denn entweder ich habe mein Ziel erreicht und kann damit angeben oder ich habe versagt und muss mir die Häme volle Packung abholen.

Also habe ich mir eine sogenannte Wordcountliste in Excel erstellt und trage jeden Tag mein Schreibergebnis ein. Wenn ich es geschafft habe, darf ich die Spalte grün färben, wenn nicht, rot. Knallhart, oder?
Hin und wieder teile ich diese Liste in meiner Instagram Story und fühle mich richtig gut, wenn ich mein positives Ergebnis in die Welt rausschreien darf (oder es spront mich an, wenn ich die roten Zahlen zeigen muss).

Doch wichtig ist hier, setzt euch keine zu großen Ziele! Wenn ihr wisst, ihr erreicht die 10.000 Wörter noch nicht, schreibt eben 4.000 hin! Denn es demotiviert unglaublich, wenn man es mehrmals hintereinander nicht schafft und man wirft schneller die Feder hin, als dass man »Fertiges Buch« sagen kann.
Es reichen auch 1.000 Wörter am Tag, Hauptsache, ihr schreibt!

4. Sucht euch ein passendes Umfeld

Außerdem müsst ihr herausfinden, in welchem Umfeld ihr am besten schreiben könnt.
Ist es im Café, zu Hause, mit Musik oder ohne, mit Schokolade oder einem starken Kaffee.
Mein perfekter Platz ist mein Schreibtisch in meinem Büro, es herrscht völlige Stille und ich kann vollständig in meine Geschichte abtauchen. Schreiben geht dann fast wie von selbst.

5. Konzentrier dich, Baby!

Ein Tipp zur Konzentration. Ich bin auch jemand, der sich immer und ständig ablenken lässt (hier genervtes Augenrollen vorstellen)!
Ich schau ständig auf Instagram, Facebook oder was weiß ich und bleibe dann da teilweise minutenlang hängen.

Wenn ihr genauso seid, kann ich euch die App Forest empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.